Freitag, 29. Juli 2016

Rezi - Bella Germania von Daniel Speck

Inhalt:
»Eine packende Geschichte – und wunderschön erzählt.« Jan Weiler
Daniel Specks Roman »Bella Germania« ist eine große deutsch-italienische Familiengeschichte in drei Generationen – voller Zeitkolorit, dramatischer Wendungen und großer Gefühle.
»Er reichte mir ein altes Foto. Ein junges Paar vor dem Mailänder Dom. Die Frau hatte schwarze Haare und sah aus wie ich. Es war, als blickte ich direkt in einen Spiegel. ›Das ist Giulietta‹, sagte er, ›deine Großmutter.‹«
München, 2014: Die Modedesignerin Julia ist kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Als plötzlich ein Mann namens Vincent vor ihr steht, der behauptet, er sei ihr Großvater, gerät ihre Welt aus den Fugen.
Mailand, 1954: Der junge Vincent fährt von München über den Brenner nach Mailand, um dort für seine Firma zu arbeiten. Er verfällt dem Charme Italiens, und er begegnet Giulietta. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch sie ist einem anderen versprochen.
Eine tragische Liebe nimmt ihren Lauf, die auch Jahrzehnte später noch das Leben von Julia völlig verändern wird.
»Daniel Speck nimmt uns mit auf eine lange Reise durch Italien und Deutschland. Und nach wenigen Seiten will man nicht mehr aussteigen.« Jan Weiler

Informationen zum Buch:
Broschiert: 624 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (28. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596295963
ISBN-13: 978-3596295968
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 4,1 x 21,5 cm


Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich freundlicherweise vom Fischer Verlag vorab erhalten um euch am Erscheinungstag mit einer Rezension zu überraschen und ich war noch nie so glücklich ein Buch lesen zu dürfen. Vielen lieben Dank lieber Fischer Verlag.
In diesem Buch geht es um ein Thema, das derzeit wirklich hochaktuell ist: Menschen die ihr Land aus den verschiedensten Gründen verlassen müssen und ihre Geschichten in die Welt hinaustragen.
Nie waren diese Geschichten passender und es war wirklich ein sehr angenehmes Leseerlebnis für mich gewesen. Sofort hat der Autor es geschafft, mich hier vollkommen für sein Buch einzunehmen, denn ich konnte mich mit der eigentlichen Protagonistin Julia fast augenblicklich identifizieren. Sie ist klug, hat ihren Traum und dennoch das Gefühl, dass ihr etwas Wesentliches in ihrem Leben fehlt. Genau dieses Fehlen macht sich noch mehr bemerkbar, als ein Mann, der ihr vollkommen fremd ist, mit einer besonderen Geschichte an sie herantritt. Er stellt sich ihr als ihr Großvater vor und erzählt ihr von Giulietta, ihrer Großmutter und eröffnet ihr damit den Weg zu einer ‚eigenen‘ kleinen Welt, die sie nie hat betreten wollen. Dennoch wird sie in einen Strudel aus Geschichten und Menschen gezogen, aus dem sie nicht mehr entrinnen möchte, immer begleitet von den Geschichten dieser Menschen, die sie so viel schneller und besser kennenlernt, als sie es über viele Jahre hätte tun können.
Mich hat hier besonders der wundervolle Schreibstil in seinen Bann gezogen, denn dieser enthielt wirklich außerordentlich schöne Zitate und brachte mich dazu, selbst darüber nachzudenken, wer ich bin und wer ich sein möchte. Besonders toll fand ich, dass man mit diesem Buch ein paar Brocken Italienisch lernen kann und es dazu anregt, dieser Sprache auch zugleich näher zu kommen. Auch die Geschichten sind äußerst faszinierend, denn sie sind voller Geschichte und regen auch dazu an, dass Vergessen einiger geschichtlichen Ereignisse zu verhindern. Was vor allem auch an den sehr lebendig dargestellten Charakteren liegt, die ihre Geschichten nicht nur Julia erzählten, sondern dem Leser selbst. So wechselt auch grundsätzlich immer der Erzählstil zwischen dem eines Ich-Erzählers (wenn Julia an der Reihe ist) und dem eines Erzählers (wenn man einer Geschichte folgt).
Wie ihr seht, bin ich absolut fasziniert von diesem Buch und ich hoffe auch euch wird es so ergehen, denn ihr müsst euch dieses Buch kaufen, damit auch ihr die Geschichten darin in euer Herz aufnehmen könnt.
Und weil sie bereits ein Teil von meinem Herz geworden sind, vergebe ich hier volle 10 Stöberkisten. Es ist wirklich ein Genuss dieses Buch zu lesen!

Lieblingszitat

Donnerstag, 28. Juli 2016

Rezi - Alle Farben des Himmels von Anna Paredes

Inhalt:
Vom New York der Jahrhundertwende bis zu den blühenden Kaffeefeldern Costa Ricas
New York, 1897. Ein tragisches Unglück beendet jäh die Familienidylle der Malerin Margarita und des Fotografen Daniel. Hals über Kopf muss die junge Frau eine schwere Entscheidung treffen: Nach sieben unbeschwerten Jahren entschließt sie sich, mit ihren beiden kleinen Kindern nach Costa Rica zu reisen, um dort Zuflucht auf der familieneigenen Kaffeeplantage zu suchen. Doch ist hier noch das Zuhause, das Margarita einst so liebte? Sie spürt, sie ist nicht mehr dieselbe, die einst von dort aufbrach, um sich ihren Traum vom Künstlerdasein zu erfüllen. Margarita will einen Neuanfang wagen. Aber darf sie auch auf ein neues Glück hoffen?

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734100275
ISBN-13: 978-3734100277
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3,7 x 18,9 cm

Meine Meinung:
Als ich dieses Buch zur Rezension erhielt, war ich wirklich sehr erfreut, denn ich bin unheimlich neugierig auf das Buch gewesen. Ich habe erst im Nachhinein gelesen, dass es sich um den vierten Band der Costa-Rica-Serie handelt und somit auch mit einem mulmigen Gefühl im Bauch begonnen zu lesen.
Das war allerdings gar nicht wirklich schlimm, sondern eher erfrischend, denn die Autorin hat dieses Buch so geschrieben, dass man es auch einzeln lesen kann. So ist mir vor allem der einfühlsame Schreibstil der Autorin aufgefallen, der mit viel Liebe einhergeht und auch die Figuren umso lebhafter darzustellen weiß. Mit Margarita habe ich mich sofort wohl gefühlt und sie auch als wirklich spannende, liebevolle Protagonistin wahrgenommen, die zugleich eine wunderbare Mutter ist.
Aber was mir hier besonders aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Autorin die Kinder teilweise sehr erwachsen wirkten und das, obwohl sie beide noch nicht einmal fünf Jahre alt waren. Das hat das Buch teilweise ein bisschen unglaubwürdig wirken lassen.
So auch die Tatsache, dass einiges eher unausgereift wirkt, was darnieder geschrieben worden war.
Trotz allem war es wirklich angenehm zu lesen und hat mich in ein Land geführt, das wirklich paradiesisch ist, so hab ich hiermit nicht nur den Ort meines Herzens gefunden, sondern konnte auch in eine wirklich schöne, aber etwas flach wirkende Story eintauchen, die Lust darauf macht, zu verreisen.
Was mich hier jedoch sehr enttäuscht hat, war die Tatsache, dass die Autorin ihre Figuren teilweise sehr plastisch dargestellt hat und ihnen keine richtige Tiefe verliehen hat. Meist waren sie für mich eher nichtssagende ‚Schaufensterpüppchen‘ die ihre Rolle aufgedrückt bekamen und nicht recht wussten, wie genau dies umzusetzen ist.
Dennoch kann ich es wirklich empfehlen, vor allem, weil es sich im Sommer echt toll lesen lässt. Genau aus diesem Grund vergebe ich hier wirklich gute 5 Stöberkisten.

Montag, 25. Juli 2016

Klassiker Weltreise: Station 1 - Jasnaja Poljana


Hallo ihr Lieben,

heute beginnt unsere Weltreise hier bei mir und ich habe dafür einen langen und sehr ehrlichen Brief an den Autor Leo Tolstoi geschrieben, der mir nicht sehr leicht von der Hand ging. Beim Schreiben hatte ich sehr viele, sehr traurige Szenen vor Augen, sie sich auch sehr im Brief selbst wiederspiegeln.
Aber lest selbst.

---------------------------------------------------------------------------------------------------

25. August 2016 - Tag 1 der Reise

Das Papier raschelt unaufhörlich, als es vom Wind des Zuges näher an meine Hand wehte. Fast zu laut erschien es mir, in der Stille meines Hauses, dennoch las ich diese Zeilen, als würden sie mein Leben verändern können. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich einmal einen solchen Brief erhalten sollte....
Dennoch kam er hier bei mir an. Jahrhunderte sind vergangen, nachdem ich meine Gedanken niedergeschrieben habe, dennoch scheinen sie in ihrer Zeit umso treffender zu sein, denn in der meinen.
Zu Tränen gerührt begann ich also den Brief erneut zu lesen und betete gleichermaßen dafür, dass ihre Welt wieder von dem Frieden erfüllt sein möge, den ich mir für sie wünsche...


"Mein guter alter Freund,



ich weiß, dass wir beide uns nie kennenlernen werden, doch es kommt mir so vor, als würde ich dein Herz in mir schlagen hören. So stark haben mich deine Worte beeinflusst, muss ich doch jetzt besonders stark an diese denken.



Wie kann es sein, dass du schon damals genau gewusst hast, was der Mensch in sich birgt?

Du hast von Krieg gesprochen, aber der Krieg, den du beschrieben hast, nämlich der, den Napoleon angestachelt hat, ist lange vorbei. Nichtsdestotrotz hat sich hier ein neuer Krieg entfacht. Einer der mir selbst große Angst bereitet und dem deinen wahrscheinlich in nichts nachsteht.

Dabei sind wir alle Menschen, die sich nach der Liebe sehnen, die uns selbst den Frieden bringt.



Warum schaffen es dann die Menschen nicht, genau danach zu leben?

Lieber gehen sie einen unsinnigen Krieg ein, als das ganze gewaltlos zu lösen und verlieren sich somit vollständig in einer Realität, die nicht mehr die unsere ist. So entstehen Szenen wie gestern in München oder die in Südfrankreich. Es sterben Menschen, die ihr Leben voller Glück führen. Das alles nur für einen Krieg, den sie selbst niemals geführt hätten. Sie wurden Opfer, ohne die Wahl zu haben. Sie alle trugen ihr Lächeln mehr oder weniger täglich um anderen ein Lächeln zu entlocken und den Frieden in dieser Welt zu leben. Stattdessen haben sie einen Krieg bekommen, der hier niemals in diese Welt gehören sollte.



Einen Krieg der unsere Welt zerstört, sie daran hindert, sich wieder zu erneuern.

Inzwischen gibt es so viel Dunkles auf der Welt, dass ich mich selbst Frage, wo das ganze Licht geblieben ist. Die Angst in uns wird größer und größer, statt, dass das Licht sich an unserer Freude nähren kann. Deswegen frage ich dich, mein alter Freund, hast du alles schon geahnt, als du deine Geschichte verfasst hast?



Gibst du uns mit dieser Geschichte Hoffnung oder soll es uns als Beispiel dienen, nicht den gleichen Fehler zu machen, wie Napoleon ihn machte? Irgendwie denke ich, dass viel zu viele deine Worte nicht genau verstanden haben. Warum sonst gäbe es so viele sinnlose Attentate bei denen mehr unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen, als das es überhaupt einer größeren Sache dienen könnte?



Dabei drängt sich mir auch unweigerlich die Frage auf, welcher Gott damit einverstanden sein soll. Nie habe ich von einem Gott gehört, der Kriege vom Zaun bricht, nur um seine eigenen Vorstellungen von Verehrung durchzusetzen. Nein, nicht ein Gott ist dazu in der Lage, sondern die Menschen, deren Seele von Machtgier und Rachedurst vergiftet worden ist. Sie sind es, die eigene Vorstellungen von Gott entwickeln und seinen Namen missbrauchen um ihre Kriege in die Welt hinaus zu tragen.



Selbst als ich vor einigen Tagen einen wirklich ergreifenden Spruch gelesen habe, musste ich sofort an deine Worte denken. Aber warte, ich muss ihn dir wohl erst zeigen, damit du mich verstehst:



Letzte Nacht, kurz vorm Schlafengehen,
nahm ich den Globus vom Regal auf meinem Schoß,
strich sanft mit den Fingern über die Welt und fragte:
"Wo tut´s denn weh?"
"Überall," flüsterte sie, "überall."



Diese Worte machen mich nachdenklich und wünschten mir sofort den Weltfrieden her. Dabei bin ich mir nicht einmal sicher, ob dieser Wunsch wirklich nur für kleinere Kinder und Miss-Wahl-Veranstaltungen gilt. Sollte er nicht das sein, was alle miteinander anstreben? Müssen immer neue Waffen geschaffen und neue Tote beklagt werden? Muss die Angst ständig wachsen und in unseren Herzen immer tiefer verankert werden?



Wenn das alles so weitergeht, erschaffen wir uns nicht nur neue Dämonen, sondern auch eine Welt, in der sich das Leben nicht wirklich mehr zu genießen lohnt. Wir sind letzten Endes für unser aller Wohl verantwortlich und dazu gehört auch, ein Zeichen zu setzen, welches den Krieg dieser Welt zu beenden vermag.



Genau das möchte ich mit meinem Brief an dich tun mein lieber Freund. Ich möchte den Leuten sagen, dass jeder sich deine Worte zu Herzen nehmen soll und auch selbst ein wenig mehr Frieden in diese Welt bringen soll. Wie jeder selbst das anstellen mag, liegt in seinem Herzen vergraben, doch ich weiß, dass ich selbst dafür verantwortlich sein möchte, dass mehr Menschen auf dieser Welt mit einem Lächeln durchs Leben gehen können. Ich möchte Lächeln um auch andere Menschen dazu zu verleiten, mit einem Lächeln weiter zu laufen. Ich möchte denen Aufmerksamkeit schenken, die viel zu wenig davon erhalten und dadurch auch selbst wieder ein Quäntchen Glück mehr in ihrem Leben willkommen heißen können.



All das und noch so vieles mehr möchte ich tun um mit deinen Worten in meinem Herzen den Krieg zu bekämpfen und den Frieden zu bringen.



Ich wünsche mir so sehr, dass auch du meine Zeilen lesen könntest. Was du wohl zu mir sagen würdest? Ich weiß es nicht, doch eines weiß ich ganz sicher:



Mein Herz ist sehr viel reicher, seitdem sich deine Worte darin befinden!



Deswegen möchte ich auch jetzt Lebewohl sagen mein alter Freund, hab vielen Dank, dass du mir diese unglaublich wichtigen Einsichten geschenkt hast und ich hoffe auch eines Tages meinen Kindern von dir und deinen Worten berichten zu können.



In Liebe,

deine dir treu ergebene ~Laura~"

 Ich danke dir für deine wundervollen Worte liebste Laura, dennoch erhoffe ich mir für dich, dass du selbst nicht von diesem aktuellen Krieg darniedergerafft werden wirst.
Lebe glücklich und mit der Liebe im Herzen, die Gott dir gab.
Ich danke dir.

---------------------------------------------------------------------------------------------------

So, dass waren meine Worte, die durch das Buch hervorgerufen an die Oberfläche getreten sind.
Vielleicht teilt ihr meine Meinung ja auch, oder die von Leo selbst, und seht es ähnlich.
Dennoch möchte ich euch das Buch selbst nicht vorenthalten.


Fakten zum Buch:
„Ohne falsche Bescheidenheit: Es ist etwas wie die Ilias.“ Lew Tolstoi
Das Schicksal der russischen Adelsfamilien Rostow und Bolkonski zu Beginn des 19. Jahrhunderts, des gutmütigen, steinreichen Pierre Besuchow und der intriganten Kuragins Familienfeiern, Empfänge, Abendgesellschaften, Duelle, Niederkunfts- und Sterbeszenen, Jagden, Reisen, Bälle in Petersburg und Moskau, Theatervorstellungen, weihnachtliche Schlittenfahrten – an all dem lässt Tolstoi seinen Leser Anteil nehmen. Ihr aller Leben ist eng verwoben mit einem umfassenden, beeindruckenden Geschichtsbild Europas während der Napoleonischen Kriege, in dem der Autor die bedeutendsten Persönlichkeiten jener Zeit porträtiert.
„Die erzählerische Macht seines Werkes ist ohnegleichen.“ Thomas Mann
„Der Mann ist Gott gleich.“ Maxim Gorki

Taschenbuch: 2288 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Dezember 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423590858
ISBN-13: 978-3423590853
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 7,9 x 20,4 cm

Da es meine Ausgabe so nicht mehr gibt, weise ich hier auf die Ausgabe des dtv Verlags hin.

Für mich ist es ein Buch ohnegleichen und ich bin froh es kennengelernt zu haben, hoffe natürlich auch, euch ein bisschen besser an dieses Werk herangefährt zu haben, denn mit Worten allein, ist es schwerlich zu beschreiben.
Hier müsst ihr euch trauen und selbst in diese wundervolle Welt eintauchen, die Leo Tolstoi mit seinem Gedanken zu Worten geformt hat um unsere Herzen mit ebendiesen zu füllen...