Montag, 28. November 2016

Rezi - Niemals wirst du ihn vergessen von Nancy Bush

Inhalt:
„Was sie zuvor mit mir getan, das tu ich jetzt den andern an“ ritzt er ihnen in die nackte Haut, nachdem er sie vergewaltigt und stranguliert hat. Seine Opfer sind alle jung, hübsch, brünett – genau wie die eine, auf die er es abgesehen hat: Detective September Rafferty vom Laurelton Police Department, Oregon. Ihr schickt er eine ihrer Kinderzeichnungen, auf die er in blutroten Buchstaben seine tödliche Nachricht kritzelt. September versteht sofort, dass sie den Serienmörder offenbar aus Kindertagen kennt und er hinter ihr her ist – doch warum? Im Zuge der Ermittlungen trifft sie ihre Jugendliebe Jake wieder. Er bietet ihr seine Hilfe an, doch September weiß, dass sie jedem ihrer alten Bekannten mit Misstrauen begegnen sollte …

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426518082
ISBN-13: 978-3426518083
Originaltitel: Nowhere to Hide
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,5 x 19,2 cm

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Fall der Rafferty Zwillinge, wobei hier der Fokus ganz klar auf September selbst liegt und August (Auggie) eher in den Hintergrund gerückt worden ist. Er kommt eher als Nebenfigur auf, was mir hier auch sehr recht war, denn mehr als den großen und beschützenden Bruder hat er oft nicht gemimt, zu beschäftigt war er doch durch die Arbeit als Undercover-Cop. Was mir allerdings besonders gut gefallen hat, war September selbst. Sie hat eine starke Entwicklung durchgemacht, was sich vor allem in den Ermittlungen selbst und im Umgang mit ihrer Familie spiegelt. So war es spannungstechnisch wesentlich gelungener als Band 1 der Trilogie. Eigentlich wollte ich ja nach Band 1 auch nicht wirklich weiterlesen, weil ich mir dachte „Eigentlich reicht mir das, so Thriller begeistert bist du jetzt auch nicht“, aber irgendwie hat dieses Buch nach mir gerufen. Also musste ich anfangen (natürlich morgens vor der Arbeit, ist doch klar) und kam letzten Endes so gar nicht mehr davon weg. Zum einen ist das auch dem Täter selbst zuzuschreiben, denn irgendwie hat mich seine persönliche Gedankenwelt in den Bann ziehen können.
Man hat ja auch nicht täglich mit einem Soziopaten zu tun, aber ich finde, die Autorin hat seine Gedankenwelt sehr gut geschildert und es dem Leser selbst auch unheimlich leichtgemacht, ins Buch und somit in den Fall selbst zu finden. So hab ich auch bis zuletzt gerätselt, wer eigentlich der Täter war. Auch das war nicht einfach herauszufinden, blieb es doch, bis zu den letzten Seiten ein Rätsel, dessen Schatten so langsam dem Licht gewichen ist. Genau dafür lese ich auch Thriller, denn es muss eine gewisse Art an Spannung und Nervenkitzel vorhanden sein und hier war der Mix einfach perfekt, weswegen ich es wirklich empfehlen kann.
Gut gelungen finde ich auch, dass alle 3 Fälle ineinander übergreifen und so nicht nur die Romane aufeinander aufbauen, sondern auch die Fälle selbst, was mitunter auch zum Nachdenken anregt. Ich jedenfalls bin hin und weg und da ich gerade unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, lese ich direkt Band 3, denn ich muss wissen was jetzt geschieht. Aber vorher möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, wie ich dieses Buch bewerte. Wer meine Rezi zu Band 1 bereits gelesen hat, weiß das ich das eher durchschnittlich empfunden hatte, jetzt jedoch bin ich geflasht und absolut in der Story gefangen, weswegen ich versuche ein Mittelmaß zu finden, da ich hoffe, dass Band 3 mich hier wirklich genauso aus den Socken hauen kann. Selbst der flüssige Schreibstil trägt dazu bei, dass man geradezu durch die Seiten fliegt. Okay, nach langem hin und her überlegen glaube ich, dass es am sinnvollsten ist, hier ganze 8 Rosenblätter fallen zu lassen, denn das Buch hat mir echt gut gefallen und ich hoffe auf noch eine Steigerung.

Rezi - Das Geheimnis der Mittsommer-Nacht von Christine Kabus

Inhalt:
Zwei Familien im Schatten eines dunklen Geheimnisses -
Norwegen, 1895. Im Bergbaustädtchen Røros begegnen sich zwei junge Frauen, deren Schicksal kaum unterschiedlicher sein könnte. Die Deutsche Clara ist ihrem Ehemann in dessen Heimatstadt gefolgt, wo sich dieser endlich mit seinen Eltern aussöhnen will. Doch die Ordals begegnen Clara und ihrem kleinen Sohn Paul mit unverhohlener Ablehnung. Als wenig später ein furchtbares Unglück geschieht, ist Clara plötzlich auf sich allein gestellt. Unerwartete Hilfe erfährt sie ausgerechnet durch Sofie, die Tochter des mächtigen Bergwerksbesitzers, dem die Ordals schon lange ein Dorn im Auge sind. Sofie empfindet ihr behütetes Dasein als goldenen Käfig und bewundert es, wie Clara ihr Leben meistert. Während Clara und Sofie zu Freundinnen werden, kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das ihre Familien seit Jahrzehnten überschattet -
Große Gefühle vor atmosphärischer Kulisse - ein opulent erzählter Roman voller bewegender Einblicke in eine der spannendsten Epochen der norwegischen Geschichte

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 656 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (9. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404174038
ISBN-13: 978-3404174034
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 4,2 x 18,5 cm

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich durch eine Aktion der Autorin selbst zur Rezension erhalten und mich unheimlich darüber gefreut. Vielen lieben Dank an Christine Kabus für diese wundervolle Möglichkeit.
Schon als ich das Cover gesehen habe, war ich verliebt, denn es strahlt eine besondere Aura aus, bei der ich mich sofort heimisch gefühlt habe. Es ist, als ruft es einen zu sich. Genau das hat auch der Inhalt getan. Bereits ab der ersten Seite war ich angekommen, weil Christine es geschafft hat, ihren Zauber von Beginn an in dieses Buch zu verflechten. Clara selbst empfinde ich als eine unglaublich starke Frau, die nichts von ihren Kämpfen abbringen kann, auch wenn sie ab und an wirklich ein wenig überängstlich herüberkommt. Dennoch hat mir ihre Kraft imponiert und teilweise auch selbst Kraft gegeben das ein oder andere zu überstehen.
Auch die junge Sofie ist eine solche Frau, steht sie doch gerade am Anfang ihres Weges, von dem der Leser erst mitten im Buch mitbekommt, wie sich dieser auf ihr Leben auswirkt. Sie ist unheimlich stark und dennoch beeinflusst von einer Gesellschaft, in der Rang und Namen den Ton angeben. Vor allem das Geld jedoch trägt seinen größten Teil dazu bei, eine nahezu unüberwindbare Kluft zwischen der Arbeiterklasse und den gut betuchten Familien zu bilden.
So gesehen nicht wirklich ein ziemlich großer Unterschied zur heutigen Zeit. Doch so verschieden es anmuten mag, so gleich sind sich die beiden Familien um die es geht, denn nicht nur Ereignisse wie plötzliche Todesfälle finden sich zu beiden Seiten, sondern ein dunkles Geheimnis, dass untrennbar mit beiden Familien verbunden ist.
Worum es sich bei diesem Geheimnis handelt? Das müsst ihr schon selbst lesen. Aber ich kann euch verraten, dass es sich unheimlich zu lesen lohnt, denn dieses Buch ist nicht nur überaus gut recherchiert, sondern auch noch angenehm zu lesen. Zugegeben, einige Stellen muten recht langatmig an, was jedoch die Passagen, in denen (endlich) Informationen zur Lösung dieses Geheimnisses folgen, allemal aufwiegeln können. Besonders gut gemacht empfand ich auch die vielen kleineren Erklärungen, die es auch einem Leien leicht verständlich machen z.B. der Politik des Buches zu folgen. Auch die Verbindung mit dem Bergbau hat mir gefallen, wohne ich doch in einer Gegend, in der es von Zechen nur so wimmelt. Da ich mich bisher noch nicht sonderlich damit beschäftigt hatte, hatte ich dementsprechend wenig Ahnung wie der Verlauf der Arbeit unter Tage so ist, dieses Buch aber, vermittelt dies sehr gut. Selbst die wirklich anstrengenden Bedingungen der Minenarbeiter haben mir schier das Herz gebrochen, weswegen ich die Beweggründe, für deren Arbeitsrechte zu kämpfen, mehr als nur verstanden habe. Ich hätte nicht anders gehandelt, wie ich zugeben muss.
Aber bevor ich hier noch weiter schwärme oder euch spoilere, will ich mal lieber schnell zur Bewertung kommen. Gut, so ganz sicher war ich mir nicht, wie ich bewerten soll. Immerhin hat es mich wirklich sehr in einen inneren Zwiespalt gebracht und mich auch sehr zum Nachdenken angeregt. Andererseits gab es Passagen, wo ich es am liebsten beiseitegelegt hätte, eben weil sie sich so langwierig gestaltet haben. Dennoch konnte und wollte ich nicht aufgeben, denn die Geschichte an sich war wirklich außerordentlich gut gelungen und hat zugleich einen schönen Eindruck Norwegens hinterlassen. Deswegen entscheide ich mich dafür, ganze 6 Rosenblätter regnen zu lassen.
Allerdings empfinde ich das Ende des Buches so, als sei die Geschichte noch lange nicht zuende erzählt….

Mittwoch, 2. November 2016

Rezi - Wédōra: Staub und Blut von Markus Heitz

Inhalt:
Lebensspendend oder todbringend, geheimnisvoll oder verkommen - Juwel der Wüste oder Ende aller Hoffnung? Willkommen in Wédōra, dem Schauplatz von Markus Heitz' neuem Dark-Fantasy-Roman Wédōra - Staub und Blut.
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.

Informationen zum Buch:
Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426654032
ISBN-13: 978-3426654033
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 4,3 x 20,8 cm

Meine Meinung:
Bei diesem Buch habe ich sehr lange mit mir gerungen und gekämpft, wirklich in das Buch eintauchen zu können. Daher hat sich die Rezension auch sehr lange herausgezögert. Noch immer hing mir das ‚Aera-Fiasko‘ nach, was mich irgendwie daran gehindert zu haben scheint, in dieses Buch eintauchen zu können. Dabei war das vollkommen unbegründet, denn dieses Buch ist wieder ein Heitz, wie ich ihn mir gewünscht habe.
Markus Heitz hat hier eine wüstenbeschaffene Welt geschaffen, die wirklich sehr hart zu bestehen ist. Mitten drin seine beiden Protagonisten Liothan und Tomeija, die zusammen die Wüstenstadt Wedora betreten, jedoch so rasch getrennt werden, dass man als Leser abwechselnd den Wegen der beiden mittels wechselnder Perspektiven folgen kann. Das gestaltete sich für mich äußerst spannend, denn es gab immer wieder etwas Neues zu entdecken, sodass ich aus der Faszination, die dieses Buch auf mich ausgeübt hat, nicht mehr herausgekommen bin.
Beide Protagonisten haben mich in ihren Bann ziehen können, sodass ich sie nicht nur sehr schnell in mein Herz geschlossen habe, sondern auch unbedingt aus dem Buch habe ziehen wollen um meine Wege mit ihnen zu verflechten. Dabei hat mir aus irgendeinem Grund (den ich mir selbst nicht einmal erklären kann) Liothan besonders imponiert.
Fantasy Liebhabern kann und muss ich diesen Roman einfach empfehlen, vor allem, wenn ihr Fan davon seid, dass sich wunderschön gestaltete Karten der Gegebenheiten vor Ort innerhalb des Buches befinden. Es fehlt hier nie an Spannung und/oder Nervenkitzel, sodass man dieses Buch, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand wird legen wollen. Deswegen ärgere ich mich auch, dass nicht eher der sprichwörtliche Knoten geplatzt ist, sondern ich wirklich so unglaublich lange hierfür gebraucht habe.
So kann ich nicht umhin hierfür ganze 10 Rosenblätter fallen zu lassen und eine klare Lese Empfehlung auszusprechen!

Rezi - Nebel im August: Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa von Robert Domes

Inhalt:
Ungekürzte Textausgabe mit zahlreichen farbigen Filmfotos
Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von »Jenischen«, Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich – obgleich völlig gesund – in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird mit dem Stempel »asozialer Psychopath« als »unwertes Leben« aus dem Weg geräumt.

Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: cbj (12. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570403289
ISBN-13: 978-3570403280
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 3,4 x 18,4 cm


Meine Meinung:
Normalerweise mache ich um Bücher wie dieses einen großen Bogen, möchte ich doch nicht an diese äußerst dunkle Zeit der Geschichte erinnert werden. Hier aber habe ich aus irgendeinem Grund eine Ausnahme gemacht und ehrlich gesagt bin ich sehr froh darüber, denn so viel dieses Buch nimmt, es gibt auch eine Menge.
Vor allem Informationen darüber, wie es ziemlich vielen Menschen ergangen ist. Das hat mich teilweise sehr oft an den Rand der Tränenstürze gebracht, sodass ich vor lauter Weinen nicht einmal weiterlesen konnte und das Buch kurzzeitig aus der Hand habe legen müssen. Dabei war Ernst Lossa eine Figur, die mir außerordentlich stark imponiert hat. Vor allem sein Wille zu kämpfen, auch wenn die Lage noch so aussichtslos erschien, empfand ich als sehr berührend.
Dabei wurde die Lebensgeschichte von Ernst Lossa nur rekonstruiert als Roman wiedergegeben, wie man innerhalb der Einführung zu lesen bekommt. Allerdings wurde das mit so viel Gefühl gemacht, dass ich oft geglaubt habe, Ernst stünde vor mir und ich folge ihm durch sein Leben und die harten Zeiten, die er hat durchmachen müssen.
Aber ich möchte lieber nichts mehr zu Ernst und dem Inhalt an sich verraten, denn ihr sollt dieses Buch für euch selbst entdecken, denn es lohnt sich gelesen zu werden. Ich finde sogar, es sollte (wenn das Thema im Geschichtsunterricht behandelt wird) sogar Schullektüre werden. So ist dieses Buch für mich ein Mahnmal dessen geworden, was sich in keinster Weise wiederholen sollen darf, dafür sollte jeder von uns auch kämpfen!
Auch wenn die Bewertung hier bereits klar sein dürfte, möchte ich sie euch dennoch nicht vorenthalten. Da mich dieses Buch sehr beeindruckt hat, zum Nachdenken angeregt hatte und vor allem zur Recherche bewegt hat, lasse ich hierfür ganze 10 Rosenblätter fallen. Auch einen Lesetipp meinerseits gibt´s hierfür!